{"id":3940,"date":"2017-08-04T22:00:36","date_gmt":"2017-08-04T19:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/rundreise.4lima.de\/?p=3940"},"modified":"2017-08-04T22:00:36","modified_gmt":"2017-08-04T19:00:36","slug":"20170803-tag-794-2a-2m-2d-teilstrecke-84-km-gesamtstrecke-12-8633-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rundreise.dosiek.de\/?p=3940","title":{"rendered":"2017\/08\/03,\u00a0Tag 794 (2a 2m 2d),<br \/>Teilstrecke: 8,4\u00a0km,<br \/>Gesamtstrecke: 12.863,3\u00a0km"},"content":{"rendered":"<p>Den 2. August verbrachten wir mit der Planung unserer Weiterreise. Angesichts der kurzen Aufenthaltsdauer, die uns von den Visa im Iran zugestanden wird, entschlossen wir uns, erstmalig auf unserer Reise eine l\u00e4ngere Strecke auf dem Land mit fremder Hilfe zur\u00fcckzulegen. So beeindruckend die uns bereits von der Fahrt bis T\u00e4bris bekannte Landschaft auch auf der Strecke zwischen T\u00e4bris und Isfahan ist, h\u00e4tte es mit dem Rad sicher mehr als zwei Wochen gedauert und es w\u00e4ren erneut viele H\u00f6henmeter in einer sp\u00e4rlich besiedelten Gegend, in der wir mehrfach h\u00e4tten wild zelten m\u00fcssen, zu bew\u00e4ltigen gewesen. Die \u201egewonnene\u201c Zeit ist sicher sinnvoller f\u00fcr Besichtigungen und bei Begegnungen mit den Iranern verbracht als auf den R\u00e4dern. Erleichtert wurde uns diese Entscheidung auch dadurch, dass uns auf diesem schlie\u00dflich mit dem Bus zur\u00fcckgelegten Teilst\u00fcck mit Ausnahme von Teheran keine gro\u00dfen Sehensw\u00fcrdigkeiten erwartet h\u00e4tten. Der Hauptstadt Irans wollen wir von Isfahan aus einen Besuch abstatten.<\/p>\n<p>Die Wahl des Verkehrsmittels stellte sich als schwierig heraus. Zur Option, die R\u00e4der mit dem Zug mitzunehmen, gab es je nach Quelle widerspr\u00fcchliche Aussagen. Es blieb unklar, ob wir die R\u00e4der am Bahnhof von T\u00e4bris h\u00e4tten abgeben m\u00fcssen, um sie am Zielort wieder in Empfang nehmen zu k\u00f6nnen, da sie mit einem speziell f\u00fcr den G\u00fctertransport vorgesehenen Zug h\u00e4tten transportiert werden m\u00fcssen. Der Eisenbahntransport schied damit aus, zumal er mit einem das Risiko f\u00fcr die R\u00e4der erh\u00f6henden Umladen in Teheran verbunden gewesen w\u00e4re. Sogar die Option, die R\u00e4der in einem samt Fahrer gemieteten Pick-up transportieren zu lassen, haben wir erwogen. Darauf verzichteten wir, da wir nicht h\u00e4tten mitfahren k\u00f6nnen und bef\u00fcrchteten, dass in diesem Fall der Reiz f\u00fcr den Fahrer, die aus seiner Sicht nicht ausgenutzte Transportkapazit\u00e4t gewinnbringend &#8211; und leider auch fahrradgef\u00e4hrdend &#8211; zu nutzen, zu gro\u00df gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wir besuchten eine Reiseagentur und versuchten, die M\u00f6glichkeiten der Mitnahme im Flugzeug abzukl\u00e4ren. Entscheidend war f\u00fcr uns auch dabei die Sicherheit der Fahrr\u00e4der. Damit wir uns dar\u00fcber einen besseren \u00dcberblick machen konnten, riet man uns in der Reiseagentur, uns direkt am Flughafen zu informieren. Als ein im dortigen Frachtbereich anwesender Besucher bemerkte, dass wir Deutsche sind, bot er uns seine Hilfe an. Er hatte in Bochum studiert und lehrt jetzt an der Universit\u00e4t von T\u00e4bris. Mit gro\u00dfem Einsatz \u00fcbersetzte er unser Anliegen. Das Gespr\u00e4ch mit dem f\u00fcr die Luftfracht zust\u00e4ndigen Mitarbeiter von Iran Air verst\u00e4rkte unsere Bedenken. Auf den Umgang mit den R\u00e4dern durch das Bodenpersonal k\u00f6nnen weder eine Reiseagentur noch die Fluggesellschaft Einfluss nehmen. Es half auch wenig, dass man uns zu beruhigen versuchte, die R\u00e4der w\u00e4ren bis zu einem Wert von 40&nbsp;\u20ac versicherbar, denn falls beim Transport etwas zu Bruch gehen sollte, was im Iran nicht verf\u00fcgbar ist, w\u00fcrden wir zu viel Zeit f\u00fcr die Wiederbeschaffung aus dem Ausland verlieren. Damit schied auch diese f\u00fcr uns sicher bequemste Reiseart aus. Der Professor empfahl uns die Fahrt mit dem Bus und er w\u00e4re sicher mit zum Busterminal gekommen um uns zu helfen, wenn es seinen Verwandten nicht gelungen w\u00e4re, ihn eindringlich an bereits zugesagte famili\u00e4re Verpflichtungen zu erinnern. Er konnte wenigstens unseren Taxifahrer detailliert \u00fcber unsere W\u00fcnsche informieren und ihm auftragen, wie er uns unterst\u00fctzen sollte. Nach endlosen Diskussionen (es erinnerte uns stark an die Verh\u00e4ltnisse in Indien) erstanden wir am Busbahnhof schlie\u00dflich die Tickets f\u00fcr die Abfahrt am darauffolgenden Tag.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber war es Abend geworden und wir suchten ein Restaurant. In der n\u00e4heren Umgebung unseres Hotels fanden wir noch nicht einmal einen Imbiss, geschweige denn ein Restaurant. Daf\u00fcr unendlich viele L\u00e4den mit mehr als freiz\u00fcgiger Abendgarderobe. Sie entspricht \u00fcberhaupt nicht der Alltagskleidung der hiesigen Frauen, die meist aus schwarzer Kleidung mit Kopftuch oder dem Tschador besteht. Im Bazar hatten wir bereits irritiert auf diese Kleider geschaut, bis uns ein Shop-Besitzer auf Nachfrage aufkl\u00e4rte. Man tr\u00e4gt diese Kleider in geschlossener Gesellschaft hinter verschlossenen T\u00fcren. Nach der Anzahl dieser Kleider, gef\u00fchlt nur etwa 10&nbsp;% der ausgestellten Kleider w\u00fcrde wahrscheinlich den Anspr\u00fcchen der Sittenw\u00e4chter gen\u00fcgen, muss hier im Verborgenen eine riesige Partyszene bl\u00fchen. Wir fanden schlie\u00dflich einen kleinen Imbiss, in dem man uns zwei unterschiedliche Linsengerichte mit Duftreis servierte. Mit Joghurt, Wasser, Salat und Brot zwei komplette Gerichte f\u00fcr gerade mal 4,20&nbsp;\u20ac. Wieder wurden Adressen ausgetauscht und der Besitzer war sichtlich stolz auf unseren Besuch in seinem Imbiss. Wenn wir am Folgetag nicht abreist w\u00e4ren, h\u00e4tte wieder eine Einladung zum Essen im Raum gestanden.<\/p>\n<p>Die Zeit bis zur Abreise am Donnerstag verbrachten wir mit den Vorbereitungen f\u00fcr unsere Busfahrt am Abend. Check-out ist um 12:00 Uhr und so sa\u00dfen wir noch bis 14:30 Uhr bei Tee in der klimatisierten Lobby, um um 15:00 Uhr die R\u00e4der zu packen und die ca. 8&nbsp;km bis zum Busbahnhof zu fahren. Nat\u00fcrlich war es sehr warm und der Weg f\u00fchrte uns quer durch die Stadt. Wir kamen ohne Probleme an und konnten mit den R\u00e4dern im klimatisierten Wartesaal auf die Abfahrt des Busses warten. Schon bald waren wir wieder in Gespr\u00e4che verwickelt, eine Einladung an das Kaspische Meer wurde ausgesprochen und eine iranisch aussehende junge Frau sprach zu unserer Verbl\u00fcffung Diez ohne Scheu an. Der Grund f\u00fcr dieses f\u00fcr iranische Frauen undenkbare Verhalten kl\u00e4rte sich schnell auf: Sie war zwar im Iran geboren, jedoch schon als Kind in die USA ausgewandert.<\/p>\n<p>Bereits eine Stunde vor Abfahrt des Busses konnten wir in Ruhe die R\u00e4der und unser Gep\u00e4ck in der uns f\u00fcr einen erh\u00f6hten Preis zur Verf\u00fcgung gestellten Gep\u00e4ckbox verstauen. Diez hatte aus einem Gesch\u00e4ft im Busbahnhof einige Pappkartons zum Schutz der R\u00e4der besorgt. Wieder waren unaufgefordert helfende H\u00e4nde da und so konnten wir einigerma\u00dfen beruhigt der ca. 12 Stunden dauernden und etwa 1.000&nbsp;km langen Reise entgegensehen. Der Bus fuhr p\u00fcnktlich ab. Bereits nach 1:30 Stunden wurde die Fahrt wegen einer Reparatur, die der Fahrer selbst ausf\u00fchrte, unterbrochen. Das scheint hier nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich zu sein, denn niemand verlor ein Wort dar\u00fcber. Die recht bequemen Sessel und viel Beinfreiheit erlaubten uns wenigstens ein paar Stunden Schlaf und wir kamen heute mit nur einer Stunde Versp\u00e4tung in Isfahan an.<\/p>\n<p>Unser Athener Irankontakt, Soheil, kann derzeit leider nicht hier in seiner Heimatstadt sein. Er ist auf einer Europareise. Nachdem er von unserem Plan, Isfahan zu besuchen, erfahren hatte, informierte er seinen Bruder und einen Freund \u00fcber unseren beabsichtigten Besuch in der Stadt. Die hatten f\u00fcr uns ein Zimmer in dem auf dem Gel\u00e4nde des Busbahnhofs gelegenen Hotel reserviert. Wir mussten nur unser Gep\u00e4ck an die R\u00e4der h\u00e4ngen und diese zum Hotel schieben. Das war sicher bequemer, als m\u00fcde noch mehrere Kilometer auf der Suche nach einer Unterkunft in die Innenstadt zu fahren. Der Kontakt mit Soheils Freund wurde mittels \u201e<a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/telegram.org\/\" class=\"myAMap01\" rel=\"noopener\"><span class=\"mySpanLinkInText\">Telegram<\/span><\/a>\u201c (meine Telegram-Nummer lautet: +98 902 845 8976) \u00fcber den Vormittag gehalten und man lud uns zu einem Treffen mit Freunden ein, das in einem Garten stattfinden sollte.<\/p>\n<p>Um 16:30 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt. Die Fahrt quer durch die Stadt vermittelte uns einen Eindruck von der Stadt und deren Lage. Sie hat etwa die Gr\u00f6\u00dfe von T\u00e4bris. Der mit B\u00e4umen verschiedener Obstsorten bepflanzte Garten ist riesig. Dazu ein gro\u00dfes, gut ausgestattetes Gartenhaus und ein Swimmingpool. Die Luft war trotz der Hitze sehr angenehm und unsere gebildeten Gastgeber erwiesen sich als warmherzig und offen. Sp\u00e4ter kamen zwei Freunde hinzu. Eine junge Frau und ein Mann, beide ebenso liebenswert und offen. So konnten wir bei gutem Essen und sehr interessanten Gespr\u00e4chen den bisher vielleicht informativsten und interessantesten Abend unserer bisherigen Reise in sehr freundschaftlicher Atmosph\u00e4re verbringen. Dagmar hat inzwischen wieder so viel Sprachtraining, dass ihr Gespr\u00e4che in Englisch leicht fallen. Wie selbstverst\u00e4ndlich wurden wir nach dem Ende des Treffens wieder zum Hotel chauffiert. Trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit herrschte erstaunlich dichter Verkehr. An einem Freitag, der unserem Wochenende entspricht, f\u00e4hrt man hier traditionell ins Freie und kommt sp\u00e4t zur\u00fcck. Gegen 1:00 Uhr morgens konnten wir zwar sehr m\u00fcde aber begeistert und beeindruckt von unkomplizierten und liebenswerten Iranern zu Bett gehen.<\/p>\n<p><div class=\"leaflet-map WPLeafletMap\" style=\"height:500px; width:100%;\"><\/div><script>\nwindow.WPLeafletMapPlugin = window.WPLeafletMapPlugin || [];\nwindow.WPLeafletMapPlugin.push(function WPLeafletMapShortcode() {\/*<script>*\/\nvar baseUrl = atob('aHR0cHM6Ly97c30udGlsZS5vcGVuc3RyZWV0bWFwLm9yZy97en0ve3h9L3t5fS5wbmc=');\nvar base = (!baseUrl && window.MQ) ?\n    window.MQ.mapLayer() : L.tileLayer(baseUrl,\n        L.Util.extend({}, {\n            detectRetina: 0,\n        },\n        {\"subdomains\":\"abc\",\"noWrap\":false,\"maxZoom\":20}        )\n    );\n    var options = L.Util.extend({}, {\n        layers: [base],\n        attributionControl: false\n    },\n    {\"zoomControl\":false,\"scrollWheelZoom\":true,\"doubleClickZoom\":false,\"fitBounds\":true,\"minZoom\":0,\"maxZoom\":20,\"maxBounds\":null,\"attribution\":\"<a href=\\\"http:\\\/\\\/leafletjs.com\\\" title=\\\"A JS library for interactive maps\\\">Leaflet<\\\/a>; \\u00a9 <a href=\\\"http:\\\/\\\/www.openstreetmap.org\\\/copyright\\\">OpenStreetMap<\\\/a> contributors\"},\n    {});\nwindow.WPLeafletMapPlugin.createMap(options).setView([0,0],12);window.WPLeafletMapPlugin.createScale({});});<\/script>\n[elevation gpx=\/wp-content\/uploads\/gpx\/2017-08-03.gpx ]<br \/>\n[layerswitch ]<br \/>\n[fullscreen ]<br \/>\n[zoomhomemap =true ]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den 2. 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